Nachruf von Gabriele Hainz

August2005

 

Den ersten Kontakt mit Ulrike Stein und ihrem Mann hatten wir bereits 2003. Nach dem Tod unserer ersten Eurasierhündin (Estra vom Urdbrunnen vom EKW) war ungefähr ein Jahr vergangen und wir wollten die hundelose Zeit beenden. Ich stöberte im Internet und kam zufällig auf die ZG Seite, auf der der neugeborene G-Wurf vom Lachsbach zu sehen. war. Wir haben uns sofort in die Knuddelbären verliebt und riefen bei Frau Stuhr an, machten uns allerdings nicht viele Hoffnungen. – Doch wir hatten Glück, ein potentieller Welpenkäufer war abgesprungen, weil ihm die Farbe der Welpen nicht zugesagt hatte, somit wär eine Hündin für uns frei.

Als endlich der Tag kam dass wir, mein Mann und ich, unsere Ginny vom Lachsbach holen durften, entschieden wir uns dafür, das Abenteuer- knappe 900km Welpentransport durch Deutschland - mit dem Flugzeug zu unternehmen. Steins brachten uns die kleine Ginny zum Hamburger Flugplatz. Dort trafen wir uns dann zum ersten Mal persönlich zur Welpenübergabe.

Wie sehr die Welpen und deren Wohlergehen beiden am Herzen lag, erlebten wir durch den regelmäßigen Email Verkehr durch den sich Steins immer wieder meldeten und ihre Unterstützung bei Problemen anboten.

Ungefähr drei Monate später machten sie sich dann auf ihre „Welpentour“ und besuchten mit ihren 3 Eursasierdamen (Bixi, Clara und Franzi) alle abgegebenen Welpen und schauten sich die Plätze an.

Das nächste Mal trafen wir uns im August 2005. Wir verbrachten mit zweien unserer Kinder und Ginny eine Woche an der Nordsee und nützten die Gelegenheit, um nach Schönwalde zu fahren, Ulrike und Hajo Stein zu besuchen und bei der Gelegenheit Ginny kören zu lassen.

Bei diesem Treffen entstand das Foto in einem kleinen Fischrestaurant an der Ostsee.

Von da trafen wir Ulrike in unregelmäßigen Abständen immer wieder einmal bei verschiedenen ZG Veranstaltungen, wie z.B. im November 2006 beim Züchterseminar und ab und zu, wenn die ZG Hauptversammlungen in Bayern stattfanden.

Auch bei auftretenden Schwierigkeiten und Meinungsverschiedenheiten in der ZG versuchte sie stets zu vermitteln und machte ihre Arbeit immer weiter, für den Verein und vor allem für die Hunde.

Sehr angenehm für uns war besonders, dass uns Ulrike bei unserem A- Wurf von den Amperwölfen mit ihrer großen Zuchterfahrung bei allen auftretenden Problemchen stets per Mail und telefonisch in ihrer ruhigen Art mit gutem Rat zur Seite stand und immer schaffte, unsere Sorgen zu zerstreuen.

Im letzten Sommer (2017) fuhr ich dann mit Annie von den Amperwölfen, einer Tochter unserer inzwischen leider schon verstorbenen Ginny vom Lachsbach, zur Hauptversammlung nach Aichach. Dort erzählte ich Ulrike von meinem Vorhaben, einen Welpen als Schulhund mit in den Unterricht zu nehmen. Sie bestärkte mich sofort in meinem Vorhaben. Es passte gut, dass Ulrike mit Blikki bereits ihren nächsten Wurf, den J-Wurf vom Lachsbach plante.

Seitdem hielt sie uns regelmäßig über die Fortschritte auf dem Laufenden. Bewundernswert, wie sie das ganz alleine alles geschafft hat. Sie wusste ja, was auf sie zukommt, da sie ja bereits den I-Wurf alleine aufgezogen hatte.

Am ersten Dezemberwochenende machte ich mich mit meiner ältesten Tochter auf den Weg nach Schönwalde, um die Welpen anzuschauen. Das wollte ich mir diesmal auf keinen Fall nehmen lassen.

Ulrike wohnte bereits mit allen Hunden im-  von ihr so genannten - „Hühnerstall“, eine an ihr Haus angebaute Ferienwohnung, von wo aus die Welpen ohne Treppe ins Freie konnten. Wochenlang wurde sie jede Nacht mehrmals von Mama Blikki geweckt und stand in der Dezemberkälte auf, um die Welpen nach draußen zu lassen, damit die ihre Geschäftchen verrichten konnten. Tagsüber kümmerte sie sich dann auch noch um Welpenbesucher wie uns.

Am 29. Dezember durften wir Julie vom Lachsbach dann endlich abholen. Diesmal begleitete mich mein Sohn. Wir standen vorher wieder in engmaschigem Emailkontakt. Das Zeitfenster war knapp, denn am Vormittag war erst die Wurfabnahme und wir wollten am Abend auf alle Fälle den letzten Flug nach München nicht verpassen. Das war im Vorfeld ein bisschen aufregend – aber letztendlich hat es wunderbar geklappt. Ulrike war von den vergangenen acht Wochen sichtlich erschöpft – aber sie war optimistisch, dass sie sich mit einkehrender Ruhe auch bald wieder erholen würde.

In den kommenden Wochen waren wir wieder in regelmäßigem Email-Kontakt. Ich berichtete von Julies Aktivitäten, wie gut sie sich bei uns eingelebt hatte und wie entspannt sie ihre ersten Besuche in der Schule gemeistert hat. Ulrike berichtete, dass es ihr zwei Wochen lang sehr schlecht ging, aber sie jetzt auf dem Weg der Besserung war.

Die Nachricht ihres plötzlichen Todes hat mich und meine Kinder sehr erschüttert. Ich denke oft an sie und bin ihr sehr dankbar für Julie, den zweiten wundervollen Welpen mit dem sie mein Leben bereichert hat.

 

Gabriele Hainz

 
   

 

 

 

3.12.17

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