P - wie Pflege

Pflege

„Da haben Sie aber viel Arbeit mit dem Bürsten!“, höre ich oft beim Spazierengehen mit unseren Eurasiern. Wie groß ist dann das Erstaunen bei den meisten Leuten, wenn sie hören, dass für die Fellpflege normalerweise wenige Minuten täglich genügen. Ja, sie sind schon sehr pflegeleicht, unsere Fellnasen, wenn…, ja wenn nicht gerade Fellwechsel angesagt ist. Vor allem im Frühjahr, wenn der Winterpelz juckt, gibt es schon manchmal kleine Berge an Unterwolle, die gesammelt und von einigen ganz fleißigen Spinnerinnen und Strickerinnen zu Gesamtkunstwerken – sprich Pullovern, Jacken und Decken – umgewandelt werden wollen.

Drahtbürste und Kamm leisten gute Dienste beim Reinhalten des Fells. Zum Entfernen von Kletten und ähnlichen besonders anhänglichen Mitbringseln vom Spaziergang helfen Kämme  mit drehbaren Zinken.

Durch das Bürsten wird auch die Durchblutung angeregt, die mit dafür sorgt, dass das Fell gepflegt aussieht und glänzt.

 

Baden ist im Allgemeinen völlig überflüssig, Schmutz fällt meist einfach „aus dem Hund raus“ und kann problemlos aufgekehrt oder –gesaugt werden. Nur, wenn allzu viel vom Feld mitgekommen ist und wir die Begeisterung über den appetitlichen Duft nach totem Fisch oder Krötenresten gar nicht teilen können, ist ein Bad mit gutem Hundeshampoo unvermeidlich. Aber auch dies kann der Haut nicht das entzogene Fett zurückgeben.

 

Vor allem im Winter bei Eis und Schnee ist die Pflege der Pfoten wichtig. Durch Streusalz bilden sich leicht brennende Risse in den Ballen, und Eis verklebt die Haare zwischen den Zehen. Hier kann man Abhilfe schaffen, indem man die Haarbüschel zwischen den Ballen kurz schneidet und die Ballen selbst mit Melkfett einreibt, um sie geschmeidig zu halten.

Eventuell hilft nach dem Stadtspaziergang auch ein Fußbad, um die letzten Reste des Streumittels zu entfernen.

 

Wenn der Hund genügend Auslauf auch auf festem Boden hat, müssen die Krallen meist nicht gekürzt werden. Sollte dies aber doch einmal nötig werden, so ist größte Vorsicht geboten: Da sich im oberen Teil des Nagels Nerven und Blutgefäße befinden, ist die Verletzungsgefahr nicht zu unterschätzen. Im Zweifelsfall lieber den Tierarzt bitten! Für ihn ist das Routine – und es kostet wirklich nicht viel.

 

Auch Augen und Ohren müssen regelmäßig kontrolliert werden:

Aus den Augenwinkeln wischt man das Sekret, aus den Ohren wird der Schmutz mit etwas Babyöl entfernt. Auf gar keinen Fall darf aber in den Ohren herumgestochert werden. Auch hier ist die Verletzungsgefahr zu groß.

 

Besonders wichtig ist auch die Zahnpflege. Zahnbelag und Zahnstein sind arge Feinde der Gesundheit – genau wie bei uns Menschen. Ein wenig vorbeugen können wir, indem wir unseren vierbeinigen Freunden häufiger hartes Brot, Sand- oder Rosenknochen vom Rind (das sind zerschlagene Kugelgelenksknochen) oder speziell zu diesem Zweck entwickelte Kauknochen (natürlich viel kostspieliger!) geben. Wenn unser Eurasier kooperativ ist, hilft selbstverständlich auch Zähneputzen…

 

All diese Pflegemaßnahmen werden dem Hund umso vertrauter, je eher wir ihn schon im Welpenalter daran gewöhnen.